Die Finanzierung einer Weltreise

Die Frage, die ich mir in den letzten Jahren beim Lesen von Weltreiseberichten gestellt habe, und die man sich wahrscheinlich auch beim Lesen dieses Blogs stellen könnte, ist die nach der Finanzierung. Wie, um Himmels willen, kann man eine einjährige Reise finanzieren?

In unserem Falle ist das relativ schnell beantwortet. Ich sag nur: „Bausparer? Wie uncool!“ oder „Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal Spießer werden“. Zumindest bei uns hat die Dauer-Werbung der LBS gewirkt, und so haben wir beschlossen, den in diesem Jahr auslaufenden Bausparvertrag spießig auf den Kopf zu hauen. Und da der Bausparvertrag schon vor über 8 Jahren abgeschlossen wurde, dürfen wir sogar die staatliche Bausparprämie behalten. Indirekt wird unsere Reise also, zumindest teilweise, aus staatlichen Zuschüssen bestritten und somit, wie Guido Westerwelle jetzt feststellen würde, von euch, dem gemeinen Steuerzahler, unfreiwillig subventioniert 🙂

An dieser Stelle somit schon mal ein großes Dankeschön! Und damit ihr auch etwas von dieser Investition eurer Steuermittel habt, gibts auf dieser Seite als Gegenleistung Reiseberichte, Foto-Lovestorys und vieles mehr 😉

Da  die Bausparprämie wiederum nicht allzu hoch ist, wird es auch keine Luxusreise. Für die, die es interessiert, oder die, die auch Ähnliches planen, gibt es hier unsere vorläufige Ausgabenkalkulation.

Zunächst einmal werden wir alle Kosten in Deutschland einsparen. Das heißt, keine Wohnung, kein Auto, kein Handy, keine Mitgliedschaften und Abos, ein kostenloses Bankkonto etc. Unsere Fixkosten sind daher extrem niedrig. Die Angaben beziehen sich jeweils auf zwei Personen.

Fixkosten:

  • 750 EUR für eine Langzeit-Auslands-Krankenversicherung (max. 365 Tage)
  • 50 EUR für eine Haftpflichtversicherung mit weltweiter Deckung
  • 1000 EUR für alle Visa auf unserer Route
  • 700 EUR für die Patenschaftsbeiträge bei Plan und SOS Kinderdorf

Dazu kommen natürlich noch alle weiteren Kosten, die etwas schwerer abzuschätzen sind. Wir haben mit einem Tagesbudget von 30 EUR für zwei Personen gerechnet, also  11.000 EUR für ein Jahr. Darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung, Fortbewegung, Eintritt etc. für zwei Personen.

Bei dem augenblicklich noch recht starken Euro müsste dies nach unserer Kalkulation ausreichen. Sollte die Euro-Krise doch wieder vor unserer Rückkehr zuschlagen, müssen wir entweder etwas schneller reisen oder öfter im Zelt schlafen 😉

Um uns unterwegs auch mal etwas gönnen zu können, haben wir  dann noch 1000 EUR für besondere Ausgaben einkalkuliert. Somit sind wir summa summarum bei 14.500 EUR (ein Jahr; zwei Personen). Ob es gereicht hat? Dazu mehr in einem Jahr.

Zum Schluss noch die schicksalhaften Bauspar-Werbespots der LBS [Nein, wir werden nicht von der LBS gesponsert. Noch nicht … ;-)]

und noch einer:

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4 Antworten auf Die Finanzierung einer Weltreise

  1. Oliver sagt:

    Vermutlich wollen die Spender jemandem helfen, den Traum zu verwirklichen, den sie selbst immer hatten. Ich kann das irgendwie verstehen. Und naja, 100 Euro ist für jemanden, der einigermassen vernünftig verdient, ja auch keine Unmenge.

    Ich denke, bei den beiden klappte es allerdings auch nur deswegen, weil noch nicht viele andere eine ähnliche Idee hatten.

  2. Oliver sagt:

    Ich finde 30 Euro für zwei Personen auch etwas wenig. Ich brauche in der Regel etwa 30 Schweizer Franken pro Tag für mich alleine. Erstaunlicherweise ist dieser Betrag in den meisten Ländern ähnlich, weil ich mir in Indien beispielweise einfach mehr gönne als etwa in Japan.

    An dieser Stelle würde ich übrigens noch gerne auf einen Beitrag auf meinem Blog hinweisen (ich hoffe, das ist erlaubt), da er recht gut zum Thema passt. Ich habe vor ein paar Tage ein deutsches Zwillingspaar interviewt, das für rund 12.000 Euro von Berlin nach Shanghai radelt. Also 6000 pro Person und eine Reisedauer von rund 9 Monaten.

    Das interessante an ihrer Reise ist allerdings, dass die beiden sich ihre Reise nicht von Westerwelle finanzieren liessen, sondern dass sie so genanntes Crowdraising betrieben. Ich kannte das vorher auch nicht. Wenn man ein etwas besonderes Reise-, oder Kunstprojekt bei den entsprechenden Webseiten einstellt, kann man dafür Geld sammeln. Das ist also so etwas wie eine Art Sponsoring. Und wenn jemand den beiden 200 Euro gab, haben sie dafür eine Strasse nach dem Spender benannt oder bei 1000 Euro einen Baum gepflanzt. Ich finde das einen recht interessanten Ansatz.

    Das Interview findest du hier:
    http://weltreiseforum.com/blog/dank-crowdfunding-mit-fahrrad-von-berlin-nach-shanghai/

  3. Dominik sagt:

    Vielleicht sollten wir das Buch vorher schreiben und darüber die Reise finanzieren 😉
    Aber zum Glück haben wir auch noch ein paar Rücklagen, so dass wir nicht alle Transportkosten auf unser Tagesbudget umlegen müssen. Wollen uns ja schließlich nicht durchschnorren 🙂

  4. Kai Yan sagt:

    Wow, 30 Euro fuer zwei? Also 14.500 Euro fuer euch beide fuer ein Jahr? Wenn ihr das schafft, muesst ihr ein Buch schreiben, wie das geht. Ich wuerds sofort kaufen. 🙂

    Ich will euch keine Angst machen, aber ich bin seit 8 Monaten mit meiner Freundin in Asien unterwegs und wir leben geiziger als manche. Und trotzdem haben wir nur in Indien weniger als 15 Euro pro Person ausgegeben.

    Wir haben unser Budget etwas genauer kalkuliert. Pauschal einen Betrag ueber alle Laender ist glaub ich dann ziemliche Glueckssache. Wir haben aus 3-4 verschiedenen Quellen die Tageskosten genommen und gemittelt um eine einigermassen objektive Meinung zu kriegen. Das wiederrum haben wir fuer jedes Land gemacht und dann mit der anzahl der geplanten Tage in dem Land multipliziert. Jetzt koennen wir immer sehr genau sagen, ob wir in einem Land mehr oder weniger ausgegeben haben als geplant und unseren Geiz im naechsten Land daran anpassen 😉

    Aber wie gesagt, ich will euch nicht erschrecken. Wir haben auch schon jemanden unterwegs getroffen, der versucht kostenlos zu reisen. A propos: Julian, du schuldest uns noch 50 Yuan! 🙂

    Liebe Gruesse
    Kai Yan