Eine etwas andere Tauchsafari

Tauchen macht süchtig und im Hinblick auf unsere Reisekasse hätten wir wohl nie damit anfangen sollen. Aber dies denkt sich wohl jeder x-beliebige Junkie in seinen klaren Momenten. Erst sollte es nur ein kleiner Try-dive, also ein Tauchgang ohne Tauchschein im chinesischen Meer in Vietnam werden. Danach kam der Gedanke auf, dass es doch ganz nett wäre, einen Tauchschein zu haben, um günstigere Tauchgänge zu machen, bei denen man nicht so sehr auf den Instructor angewiesen ist. Wenn man dann schon einen Tauchschein hat, möchte man natürlich auch die Grenzen austesten. Wie sieht´s denn so in vierzig Meter Tiefe oder Nachts aus? Schon hat man einen Fortgeschrittenen-Tauchkurs gemacht. Nachdem man so viel gesehen hat, gibt man sich nicht mehr mit einzelnen Tauchgängen zufrieden und es stellt sich die Frage, was es da unten noch alles gibt, das man noch nicht gesehen hat.
Und schon hat man eine Tauchsafari an der thailändischen Westküste gebucht, wo es wesentlich mehr Meeresleben als im Golf von Thailand gibt. Da wir gehört hatten, dass die berühmten und mit Tauchern überfüllten Tauchgebiete im Norden in den letzten Jahren wegen der Meereserwärmung teilweise abgestorben sein sollen, ging es für uns in den Süden nach Ko Lipe zu einer viertägigen Tauchsafari entlang der Küste (Tarutao Nationalpark, Hin Daeng und Hin Mueang, Ko Ha). In den vier Tagen konnten wir gut 10 Stunden unter der Wasseroberfläche verbringen, was, wie nicht anders zu erwarten war, erst recht süchtig macht und in den letzten Tagen zu heftigen Entzugserscheinungen führte 😉 Habe ich schon erwähnt, dass wir noch gar keinen Walhai gesehen hatten, was doch zumindest einen weiteren Tagestripp rechtfertigen würde. Und anscheinend ist die Unterwasserwelt in Indonesien noch viel beeindruckender … Ihr seht, wo das hinführt 😉

Der Golf von Thailand kann selbst um Ko Tao nicht mit der Andamanensee mithalten, und auch wenn wir nicht die ganz großen Highlights (Walhaie, Schildkröten, Mantas) zu Gesicht bekommen haben, war es wirklich beeindruckend. Löwenfische, Skorpionfische,  Tintenfische, „Nemo“fische und als Highlight ein Teufelsrochen. Da eine andere Taucherin, die mit uns unterwegs war, eine Kamera dabei hatte, kann ich mir auch viele weitere Worte der Beschreibung ersparen. Zwar bin ich normalerweise nicht der Meinung, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte, aber in Anbetracht der Unterwasserwelt muss ich dies doch revidieren.

So weit ist das Ganze wohl die Beschreibung einer ganz normalen Tauchsafari, was, wenn es denn so bliebe, dem Titel dieses Artikel widersprechen würde. Ich könnte mir weitere Worte ersparen und Fotos sprechen lassen. An welcher Stelle wird aus dieser Tauchsafari also eine etwas andere Tauchsafari? Hier kurze Mitschnitte meiner gehirneigenen Blackbox.

Am ersten Nachmittag: „Hm, unser Instructor hat gerade eine mit bis zum Rand mit Gras gefüllte Brötchenbox ausgepackt und rollt sich einen Joint. Der ist bestimmt für den Abend.”
[…]
Später am gleichen Tag auf 30 Meter Tiefe: „Unser Instructor freut sich gerade tierisch über jedes Kleinstlebewesen und jede Farbe, die er am Boden findet. Vielleicht war der Joint doch nicht für den Abend?”
[…]
Am nächsten Morgen: „Okay, anscheinend wird der erste Joint schon zum Frühstück geraucht. Und irgendwie haben fast alle Instructoren einen Joint im Mund. Interessant”
[…]
Am nächsten Tag: „Ahh, jetzt wird gerade die Flasche mit dem Notfall-Oxygen benutzt, um eine spezielle Sauerstoffmischung herzustellen. Und irgendwie riecht es auch wieder nach Gras, und die Flaschen haben keinen Wartungsaufkleber. Da halten wir doch besser ein bisschen Abstand”

Bevor ihr euch jetzt zu viele Sorgen macht, es hört sich wahrscheinlich gefährlicher an, als es in Wirklichkeit war. Wir hatten unseren eigenen Tauchcomputer, in der Tauchschule auf Ko Tao eine ziemlich gute Ausbildung genossen, und in unserer Tauchgruppe hatten wir auch einen ehemaligen spanischen Tauchlehrer dabei. Von daher hatten wir alles unter Kontrolle 🙂
Bevor wir das nächste Mal auf eine Tauchsafari gehen, werden wir allerdings etwas genauer nachfragen, wie es so an Bord abläuft.

Ein zweiter Hinweis, dass diese Tauchsafari keine gewöhnliche Tauchsafari war, gab es an unserem letzten Abend an Bord. Ein kleiner Sturm mit heftigem Regen trieb zunächst die an Deck schlafenden Tauchlehrer in Ausbildung unter Deck, die die vermeintliche Trockenheit allerdings nur für wenige Minuten fanden. Kurz darauf begann es nämlich auch unter Deck an allen Stellen zu tropfen, und nach einer halben Stunde gab es keinen trockenen Flecken mehr. Der Regen kam durch die Decke, durch die „geschlossenen“ Fenster und noch wesentlich stärker durch die kaputten Fenster 🙂 Aufgrund eilig ergriffener Notfallmaßnahmen konnten wir wenigstens die Hälfte unseres Bettes vor der Nässe retten und einen halbwegs entspannten Schlaf finden.

Mit dem Speedboot in Richtung Ko Lipe. Zwischenstopp an einer Insel im Tarutao Marine Nationalpark

Strand in Ko Lipe, der teuersten Insel, die wir bisher besucht haben. Gut, dass wir hier nur zwei Nächte verbringen, bis die Tauchsafari beginnt.

Wenn die Hütte nicht über 20 Euro pro Nacht kosten würde, könnte man sich noch wohler fühlen.

Auf dem Sonnendeck (bzw. dem Nachtquartier der Instructoren) des Tauchsafariboots

Feuerfisch

Einsiedlerkrebs

Muräne. Versucht böse auszusehen,ist aber harmlos.

Wer findet den Skorpionfisch?

ein bisschen Farbe ...

Weihnachtsbaumwürmer

Kofferfisch

Feierabendverkehr

Alien?

Sepie. Eine Art Tintenfisch, der blau blinkt, wenn er sich genervt fühlt.

Ein Nacktkiemer. Was für ein schöner Name.

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Eine Antwort auf Eine etwas andere Tauchsafari

  1. Ariana sagt:

    Uauuuuu!!!

    amazing pictures of the fishes!! I am getting more and more envy!! keep on enjoying for the rest of humans who are working in europe 😉 one big hug